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Aktuell

Ernährung und Fütterung des Karpfens in der Zucht


Zusammenfassung: Qualität durch Naturnähe

Unsere Karpfenzucht setzt auf ökologische Balance statt Massenproduktion.
Durch niedrige Besatzdichten und die gezielte Förderung natürlicher Nahrungsketten
garantieren wir gesundes Wachstum und höchste Fischqualität.

  • Extensive Bewirtschaftung: Niedrige Besatzdichten für vitale Fische.
  • Verzicht auf Düngemittel: Natürliche Regeneration des Teichbodens.
  • Optimale Futtergrundlage: Naturnahrung kombiniert mit hochwertiger Getreidezufütterung.

Extensive Bewirtschaftung der Teiche

In unserer Karpfenzucht verfolgen wir konsequent eine nachhaltige und naturnahe Wirtschaftsweise. Aus diesem Grund bewirtschaften wir unsere Teiche extensiv, also mit bewusst niedrigen Besatzdichten. Diese Produktionsform ermöglicht es uns, natürlich aufgezogene und gesunde Besatzfische anzubieten.

Unsere Besatzdichten liegen bei lediglich etwa einem Drittel dessen, was in konventionellen Zuchtbetrieben üblich ist. Dennoch werden auf einer Gesamtfläche von knapp 80 Hektar jährlich über 40.000 Kilogramm Getreide verfüttert.

Daran wird deutlich, welche zentrale Rolle die Fütterung spielt: Fehler in der Futtermenge oder im Fütterungsmanagement können sich sehr schnell negativ auf die Wasserqualität und damit auf die Fischgesundheit auswirken.


Naturnahrung in der Karpfenteichwirtschaft

Die Grundlage jeder erfolgreichen Karpfenteichwirtschaft ist die Naturnahrung. Durch das Ablassen und anschließende Trockenlegen der Teiche kann sich der Teichboden regenerieren. Der Boden trocknet aus, reißt auf und wird belüftet. Dadurch werden Mineralisierungsprozesse angeregt, Fischparasiten reduziert und die vorhandene Schlammschicht abgebaut.

Wird der Teich im Frühjahr erneut geflutet, setzt der Boden die gespeicherten Nährstoffe frei. Diese bilden die Basis für eine natürliche Nahrungskette: Zunächst entwickelt sich Phytoplankton, wie etwa Rädertierchen und Hüpferlinge. Darauf folgen Zooplanktonarten wie Daphnien (Wasserflöhe) sowie verschiedene Bodentiergruppen, darunter Schlammröhrenwürmer und Zuckmückenlarven.

Die Natur stellt dem Karpfen damit ein Futterangebot mit hoher Eiweißkonzentration und hervorragender Eiweißqualität zur Verfügung.


Bedeutung der Naturnahrung für das Wachstum

Wasserflöhe, Insekten, Muscheln, Schnecken und Würmer gehören zur natürlichen Nahrung im Teich, die von Karpfen nicht nur gerne aufgenommen wird, sondern für ihr Wachstum unverzichtbar ist. Diese tierische Naturnahrung liefert hochwertiges Eiweiß mit allen essentiellen Aminosäuren, die für den Aufbau von Muskulatur, Organen und Haut notwendig sind.

Eiweiß zählt zu den wichtigsten Baustoffen des Lebens und bildet die Grundlage für ein gesundes Wachstum der Fische. Allerdings ist das natürliche Nahrungsangebot im Jahresverlauf nicht konstant. Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr beginnt auch die Entwicklung der Naturnahrung. Besonders in den Monaten April, Mai und Juni sind große Mengen an Zooplankton, Insektenlarven und Zuckmückenlarven im Teich vorhanden.

Um diese Naturnahrung optimal auszunutzen, werden unsere Teiche ausschließlich in Polykultur bewirtschaftet, das heißt mit mehreren Fischarten und unterschiedlichen Altersklassen.


Getreide als optimales Ergänzungsfuttermittel

Bevor das natürliche Nahrungsangebot ab Juni deutlich zurückgeht, beginnen wir ab Mai mit der Zufütterung von Getreide. Aufgrund seines vergleichsweise niedrigen Eiweißgehalts und seines hohen Energiegehalts eignet sich Getreide hervorragend als Ergänzungsfutter in der Karpfenteichwirtschaft.

Getreide liefert vor allem Stärke und Zucker, also Kohlenhydrate, die als wichtige Energielieferanten dienen. Der Karpfen nutzt diese Energie für Bewegung, Wachstum und Fortpflanzung. Sowohl Eiweiße als auch Kohlenhydrate können im Stoffwechsel zudem in Fett umgewandelt werden, das ebenfalls als Energiereserve dient.

In der Zucht ist es dabei besonders wichtig, auf die Qualität der Fette zu achten. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren spielen hierbei eine entscheidende Rolle und kommen unter anderem in Zooplankton, Fischmehl und Fischöl sowie in pflanzlichen Ölen wie Lein- oder Sojaöl vor.


Düngung der Karpfenteiche

Die Entwicklung der Naturnahrung hängt maßgeblich von der Fruchtbarkeit des Teichbodens ab. Sand- und Lehmböden gelten dabei als vergleichsweise wenig produktiv. In Betrieben mit hohen Besatzdichten oder in nährstoffarmen Teichen wird die Naturnahrungsproduktion teilweise durch Düngemaßnahmen gefördert, etwa durch Stallmist, Gründüngung oder Kalkung.

In unserem Betrieb kommen jedoch keinerlei Düngungsmaßnahmen zum Einsatz. Aufgrund der bewusst niedrigen Besatzdichten steht den Fischen ausreichend Naturnahrung zur Verfügung. Ein zusätzlicher Vorteil der extensiven Bewirtschaftung in Kombination mit Polykultur besteht darin, dass selbst am Ende der Saison noch geringe Mengen an Naturnahrung im Teich vorhanden sind.